Im Detail
Erst den Untergrund verstehen, dann arbeiten
Bei Renovierungen liegt der Fehler fast immer am Anfang: Es wird überstrichen, was vorher hätte weg müssen. Ein halbes Jahr später blättert die neue Farbe mitsamt der alten ab. Deshalb beginne ich mit einer Untergrundprüfung – Wischprobe, Klebebandprobe, Kratzprobe, bei Feuchteverdacht auch eine Messung.
Diese Prüfung habe ich beim Bundesdenkmalamt in der Kartause Mauerbach vertieft, im Blockseminar zur Untergrundbeurteilung für Anstrichsysteme. Was man dort für historische Bauten lernt, hilft in jeder Altbauwohnung in Wien: alte Leimfarbe, Kalkputz oder ein Anstrich aus den Siebzigern verlangen jeweils einen anderen Aufbau.
Danach folgt die eigentliche Arbeit: lose Schichten runter, Risse aufweiten und schließen, Fehlstellen ergänzen, festigen, grundieren, spachteln, streichen. Das Ergebnis sieht aus wie neu gebaut, hält aber, weil darunter alles stimmt.